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PRESSEMITTEILUNG:
Kreis Olpe, 04. November 2006
„Soziales Frühwarnsystem“ für den Kreis Olpe

Renate Kraume
Bereits im Mai beantragte die SPD-Kreistagsfraktion im Jugendhilfeausschuss die Einrichtung eines Sozialen Frühwarnsystems. „Ein Soziales Frühwarnsystem ist keine Einrichtung an sich, sondern es handelt sich dabei um eine Vernetzung von Institutionen und Personen, die mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben“, erklärt die jugendpolitische Sprecherin der SPD-Kreistagsfraktion, Renate Kraume. „Die Verantwortlichen handeln bei einem Sozialen Frühwarnsystem nach einem Konzept auf der Grundlage der Schritte ‚Wahrnehmen, Warnen und Handeln’. Die Ergebnisse der über vier Jahre vollfinanzierten Frühwarnsystem- Modellprojekte in NRW können sich sehen lassen. Aufgrund der Sozialen Frühwarnsysteme konnten Wahrnehmungen bei auffälligen Kindern und Jugendlichen gebündelt und weitergegeben werden, so dass den Betroffenen erfolgreich und zeitnah geholfen werden konnte“.

Der Jugendhilfeausschuss hat beschlossen, dass der Antrag der SPD-Kreistagsfraktion zur nächsten Ausschusssitzung von der Verwaltung als Sitzungsvorlage aufbereitet werden sollte. Die dann von der Verwaltung erarbeitete Vorlage beinhaltete grundsätzliche Überlegungen zur Kinder- und Jugendarbeit, von dem Antrag eines Sozialen Frühwarnsystems war kaum etwas zu erkennen. Insbesondere waren die Kinder im Alter von 0-3 Jahren nicht berücksichtigt, aber gerade diese können auch gefährdet sein, zusätzlich fällt gerade dieser Lebensphase für die Entwicklung der Kinder eine zentrale Bedeutung zu.

Bei der Verwaltungsvorlage mit den Grundüberlegungen zur systematischen und effektiven Ausrichtung der Jugendhilfe handelt es sich um ein Modell, dessen Umsetzung frühestens, laut Aussage von Kreisdirektor Melcher, in 10-15 Jahren zu realisieren ist.
Der SPD-Kreistagsfraktion ist der Spatz in der Hand lieber als die Taube auf dem Dach. Das Soziale Frühwarnsystem jetzt aufbauen und davon profitieren, ist allemal effektiver als Jahrzehnte lang auf möglichen Erfolg irgendeiner systematischen Ausrichtung der Jugendhilfe zu warten. Die Überlegungen der SPD-Kreistagsfraktion gehen dahin, bestehende Vernetzungen für das Frühwarnsystem zu nutzen und auszubauen.
Sie sieht die Verwaltung nicht nur als Moderator und Koordinator in diesem Bereich, wie in der Sitzungsvorlage beschrieben, sondern als Hauptakteur und Verantwortlichen allein schon wegen ihrer Funktion als öffentlicher Träger der Jugendhilfe, als Sozialhilfeträger und als Untere Gesundheitsbehörde.

Nicht zuletzt wegen der dramatischen Vorfälle von Kindestötungen und Misshandlungen in der jüngsten Vergangenheit muss die Politik rasch handeln, deshalb stellte die SPD-Kreistagsfraktion in der letzten Kreistagssitzung erneut ihren Antrag, ein Soziales Frühwarnsystem einzurichten. Leider lehnten die anderen Kreistagsfraktionen den Antrag ab, obwohl die entsprechenden Bundes- und Landesministerien darauf drängen, dieses System flächendeckend einzuführen. Auch im Kreis Olpe darf man nicht die Augen verschließen!



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